Pfalz Inferno Ultras Kaiserslautern

Autor: Pfalz-Inferno-Ultras

28. Spieltag 1.FC Kaiserslautern – Eintracht Braunschweig 0:0


Die Unruhen und Äußerungen der letzten Wochen in Bezug auf die Investorensuche wurden bereits beim Heimspiel gegen Halle thematisiert. Ohne großen Kommentar und appellierend an alle Verantwortlichen wurde klar gefordert, sich zusammenzureißen und für den FCK einzustehen.
Nachdem die Leier wieder losging und zum wiederholten Mal alles in der Öffentlichkeit ausgetragen wurde, gab es zum Heimspiel gegen Braunschweig einen noch deutlicheren und selbsterklärenden Appell der drei Ultragruppen. Persönlich wurde Aufsichtsratsmitglied Michael Littig angesprochen, der sein Eigeninteresse über unseren Verein zu stellen scheint und in der Öffentlichkeit munter drauflos plaudert.

„Keine Aufweichung des 4-Säulen-Modells“
„Kein Schnellschuss beim Investor“
„Littig, kümmer dich um deinen Scheiss“

Vier Ligen, vier Meister, vier Aufsteiger – Regionalliga Reform jetzt!


„Meister müssen aufsteigen!“ lautet die Forderung, die in den letzten Jahren regelmäßig in deutschen Stadien propagiert wurde, was deutlich zeigt, wie allgegenwärtig die Problematik rund um die Aufstiegsregelung der Regionalligen ist. Einhergehend mit der bisweilen letzten Reform 2012, wurde die zuvor dreigleisige Regionalliga fünfgleisig. Dies hatte zur Folge, dass die drei bestehenden Aufstiegsplätze in einer Relegationsrunde ausgespielt werden, bestehend aus den Meistern jeder Liga und dem Zweiten der mitgliederstärksten Regionalliga Südwest. In der Konsequenz wurde damit der Ertrag einer gesamten Saison von Hin- und Rückspiel in der Relegation abhängig gemacht. Ein solches Verfahren ist mit den Grundsätzen des Sportes in keiner Weise vereinbar, ganz zu schweigen von den wirtschaftlich, teils existenziellen, Konsequenzen, die ein solcher Verbleib in der Regionalliga für die, oftmals ohnehin schon klammen, Vereine nach sich zieht.
Im Laufe der vergangenen Jahre kam auch bei immer mehr Funktionären langsam, aber sicher die Einsicht, dass der Status quo nicht weiter hinnehmbar ist, sodass die Weichen für eine erneute Reform gestellt werden sollten.
Die Möglichkeit dies mit Inhalt zu füllen, wurde aufgrund von Eitelkeiten innerhalb der Verbände und diverser anderer Unzulänglichkeiten verpasst. Vielmehr gab es eine Übergangslösung, die dem Fairnesscharakter nicht im Ansatz gerecht wird und die Vereine teils sogar zu einem Wettrüsten animiert, bei dem die Vereine gezwungen sind, ein hohes finanzielles Risiko einzugehen. Eine vom DFB ins Leben gerufene „ad-hoc AG“ machte nur durch mangelnde Transparenz, fehlende Kommunikation, Statements, die im Anschluss wieder revidiert wurden und durch ihre Auflösung, mangels neuer Lösungsansätzen, von sich reden.

Bereits zuvor hatte sich im Zuge des Zusammenschlusses „Fanszenen Deutschlands“ eine, eigens für diese Thematik geschaffene, Arbeitsgruppe eingefunden. Das erklärte Ziel war es die Notwendigkeit einer Reform präsent zu halten und die damit verbundenen Probleme auszuwerten. Mit einem Fragebogen für Vereine und Fanszenen, sowie mit persönlichen Gesprächen, wurde versucht eine mögliche Reform, unter Betrachtung aller problematischer Gesichtspunkte, zu evaluieren. Hieraus resultierend wurden Kernpunkte erarbeitet, die aus unserer Sicht für eine Regionalliga Reform unerlässlich sind, wenn man vermeiden will, sich in absehbarer Zeit mit einer erneuten Reform befassen zu müssen.

Die Kernpunkte und die Auswertungen der Fragebögen, wurden der ad-hoc-AG des DFB in einem persönlichen Austausch offengelegt. Dieser Austausch ist als unzufriedenstellend zu bewerten, da immer wieder die Verantwortung von sich gewiesen wurde und auch die von uns gewonnenen Erkenntnisse nicht ausreichend weiterverwertet wurden.
Bis zum heutigen Tage liegt noch nicht ein einziger fundierter Reformvorschlag vor, vielmehr scheint es als hätten sich die Fronten zwischen den Beteiligten weiter verhärtet und das sich gegenseitig ausgesprochene Vertrauen scheint erloschen. Insbesondere die Rücknahme des Eingeständnisses, eines weiteren Absteigers in Liga 3, zugunsten einer Reform mit vier Ligen und vier Aufsteigern, ist eine mehr als deutliche Reaktion auf die stagnierenden Fortschritte.

Durch diese Entwicklung bestärkt ist es uns ein Anliegen, nunmehr einen eigenen Reformvorschlag zur Debatte zu stellen.
Dieser befasst sich neben der Kernproblematik „Aufstiegsregelung“, auch mit grundsätzlichen Problemen, wie fehlende ligaübergreifende Strukturen, der geografischen Aufteilung der Ligen und der Rolle von Zweitvertretungen innerhalb der Liga.
Wir hoffen, dass durch diesen Reformvorschlag nunmehr eine Grundlage gegeben ist, um sich endlich tiefgehend und ergebnisorientiert mit der Situation zu befassen. Die Regionalliga, in ihrer Form als Schnittstelle zwischen Amateur- und Profifußball, hat in den vergangenen Jahren an immer größerer Bedeutung gewonnen und sollte daher nicht weiter als Bühne für Unvermögen und Eitelkeiten der Funktionäre herhalten müssen. Viel eher sollte sie von Werten der sportlichen Fairness und Chancengleichheit geprägt sein. Daher fordern wir alle Beteiligten auf, persönliche Empfindlichkeiten hinter diesen Werten hintenanzustellen und basierend auf diesem Reformvorschlag eine Lösung zu erarbeiten in denen sich alle Beteiligten wiederfinden können.

25. Spieltag 1.FC Kaiserslautern – FSV Zwickau 1:1


‚Montagsspiele, Korruption und Geldgier, aber der Fussball entwickelt sich positiv? Seifert halts Maul!‘ So lautete unser Kommentar bezüglich der Äußerung des DFL-Geschäftsführers Christian Seifert, der im Zuge des DFL-Wirtschaftsreports 2019 einmal mehr unter Beweis stellte, wie weit entfernt man in den Chefetagen des deutschen Profifußballs von der Basis des Sports ist. Allein aufgrund der Tatsache, dass erneute Umsatzrekorde (welche sich seit der Saison 2010/2011 verdoppelt haben) erreicht wurden, malt sich die DFL eine rosarote Welt, in der der deutsche Fußball keine Probleme zu haben scheint. Einmal mehr wird bewiesen, was für die DFL wirklich zählt: das Geld und nichts anderes.
Die weiterhin vorangetriebene Spieltagszerstückelung (einer der Gründe für die Rekordeinnahmen), die Zahlung über 6,7 Millionen Euro mit der erwiesenermaßen das Abstimmungsverhältnis für die WM-Vergabe 2006 beeinflusst wurde, oder die lächerliche Teilnahme der chinesischen U-20 Nationalmannschaft am Ligabetrieb der Regionalliga Südwest im Jahr 2017 wären nur einige Punkte, die nicht so Recht in das Bild einer positiven Entwicklung im Fußball passen wollen.
Dabei wurde von uns lediglich die Spitze des Eisbergs aufgezeigt. Themen wie die Vergabepraxis von Stadionverboten, Verbote von Fanmaterialien, die Aufweichung der 50+1-Regel, der Videobeweis und noch einige Themen mehr bewegen landauf landab die Fans in den Stadien. Lösungen dafür, geschweige denn Interesse daran, sind weit und breit nicht in Sicht, sodass sich wohl auch in Zukunft der Fußball weiter von seiner Basis, den Fans, entfernen wird und die Herren in den Führungsetagen weiter in ihrer Blase aus Geld leben werden. Aber Hauptsache die angebotenen Summen für den Medienrechte-Vertrag ab der Saison 2021/2022 stimmen…

21. Spieltag 1. FC Kaiserslautern – SG Sonnenhof Großaspach 2:0


Der FCK schien die letzten Wochen im eigenen Chaos zu versinken. Auf der Mitgliederversammlung, dem höchsten Organ des Vereins, machten Ehrenrat und Aufsichtsrat eine interne Posse rund um eine angestrebte Satzungsänderung des Aufsichtsrats öffentlich und stritten sich vor Kameras und Publikum. Dass das nicht nur hochgradig peinlich für alle Beteiligten, sondern auch vereinsschädlich im aller höchsten Sinne ist, schien dort niemanden mehr zu interessieren. Der propagierte Zusammenhalt sieht definitiv anders aus. Als wäre das nicht schon genug gewesen, lieferten sich im Anschluss auch noch Hauptsponsor Layenberger und Aufsichtsratschef Banf einen Konflikt, der wiederum natürlich in der Öffentlichkeit ausgetragen werden musste. Angefeuert vom wütenden Mob auf Facebook, keilte Layenberger dort selbstbewusst, teilweise eines Hauptsponsors unwürdig, aus. Dass er sich dabei nicht als Sponsor, sondern schlicht und einfach als Fan begriff, spielt hier für uns keine Rolle. Er ist eine Person der Öffentlichkeit, hat keine ausführende Funktion im Verein und sollte sich dementsprechend verhalten. Auch wenn seine Emotionen gegenüber Patrick Banf richtig gewesen sein mögen, war der Weg über die sozialen Medien der Falsche. Die angesprochenen Themen dort sind aber durchaus diskutabel: Die Degradierung Keßlers als Präsident des eV, die Investorenfrage und die angestrebte Zwischenfinanzierung der Geschäftsführung. Somit erklärt sich auch das e.V. gegen KG Spruchband fast von selbst. Der eV steht nicht nur immer noch kopflos da, sondern er trägt auch eine Schuldenlast, bedingt durch die Fananleihe, mit sich. Der Präsident des eV, der unter Umständen persönlich haftbar ist, hat natürlich in der Folge auch ein persönliches Interesse daran zu wissen, wie es um die Investorensuche der KG bestellt ist. Dies wurde Keßler mit juristisch fragwürdigen Argumenten verwehrt, er wollte anschließend zurücktreten und tat es dann doch nicht. Diese mangelnde Konsequenz gipfelte dann im viel diskutierten Auftritt auf der Jahreshauptversammlung. Unabhängig juristischer Gesichtspunkte müssen der eV und die KG solche Probleme in internen Gesprächen debattieren. Der Aufsichtsrat, allen voran Patrick Banf, entschloss sich dennoch zu seiner Abwahl als Vereinspräsident. Chaos Lautern!
Wer tatsächlich noch an eine erfolgreiche Investorensuche geglaubt hat, wird in diesen Tagen eines Besseren belehrt. Das Dilemma zwischen einer Zwischenfinanzierung und einem gängelnden Investor ist groß. Es muss schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden, um die Finanzierungslücke von circa 12 Millionen Euro noch rechtzeitig schließen zu können. Der FCK taumelt in großen Schritten dem Abgrund entgegen.
Auch wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. Was wir wissen? Dass wir noch da sind, wenn ihr schon längst über alle Berge seid. Kaiserslautern!

Es hat gerade erst begonnen!


Achtungserfolge

Als Achtungserfolg bezeichnet man gemeinhin einen kleineren Sieg, der im Gesamtzusammenhang keine größere Bedeutung hat. Damit lässt sich auch die aktuelle Situation der Fanszenen Deutschlands ganz treffend beschreiben. In der DFL-Versammlung wurde der Erhalt von 50+1 beschlossen und durch deutlich sichtbare Proteste in den Stadien scheint sich das Problem der Montagsspiele in der 1. und. 2. Bundesliga mit der nächsten TV-Rechtevergabe zu erledigen.

Trotz klarer Entscheidung zur Beibehaltung der 50+1-Regel, ist sie nach wie vor Angriffen ausgesetzt und auch der Weg von der Abschaffung der Montagsspiele hin zu generell fanfreundlichen Anstoßzeiten ist noch weit. Genau der richtige Zeitpunkt, nochmals an unsere Positionen zu erinnern:

  • Anstoßzeiten
    Montagsspiele müssen in allen Ligen abgeschafft werden. Keine englischen Wochen mehr. Freitags und im DFB-Pokal nicht vor 19.30 Uhr, am Wochenende nicht vor 14 Uhr, sonntags nicht nach 15.30 Uhr und Einhaltung der 300-km Klausel für Randspieltage.
  • 50+1
    50+1 faktisch und dem Sinn nach erhalten, keine Aufweichung, keine weiteren Ausnahmen. Die klare Position zu 50+1 ist von den Vereinen auch gegenüber dem Kartellamt zu vertreten.
  • Stadionverbote
    Verzicht auf das „Breitbandantibiotikum“ Stadionverbote. Vereine und Verbände maßen sich hier Zuständigkeiten weit über ihren Hausrechtsbereich hinaus an. Ein Stadionverbot ist eine Strafe ohne offenen Rechtsweg.
  • Sportgerichtsbarkeit
    Abkehr von der sogenannten Sportgerichtsbarkeit. Transparenz und Vergleichbarkeit der Strafen sind in der momentanen Praxis nicht ansatzweise gegeben.
  • Fanmaterialien
    Freigabe aller Fanmaterialien in allen deutschen Ligen. Verbote schaffen sinnloses Konfliktpotential.
  • Videobeweis
    Abschaffung des Videobeweises. Emotionen unter Vorbehalt entwerten das Stadionerlebnis.
  • Transparenz
    Des Weiteren müssen DFB, DFL und Vereine endlich offen, zeitnah und verbindlich zu fanrelevanten Themen kommunizieren. Beispielsweise muss das Abstimmungsverhalten bei Verbandssitzungen den Vereinsmitgliedern transparent gemacht werden. Ebenso wie anstehende Themen und Entscheidungen, nur so ist echte Meinungsbildung innerhalb der Vereine möglich.

Es hat gerade erst begonnen!

Die Fanszenen Deutschlands im Januar 2019