Es ist geschafft! Der FCK ist nach 4 langen Jahren Zweitliga Fußball wieder ins Oberhaus aufgestiegen. Das bedeutet für alle FCK Fans mehr, als nur dass die Gegner wie Wehen, Paderborn, Ahlen und FSV Frankfurt durch Vereine wie Schalke 04, den Hamburger SV, Bayern München und Eintracht Frankfurt ersetzt werden. Es bedeutet nicht nur, dass man wieder in den großen deutschen Stadien wie Dortmund und Stuttgart spielt. Es bedeutet nicht nur, dass der Gästeblock im Fritz-Walter-Stadion endlich wieder regelmäßig gefüllt sein wird, sondern noch viel mehr!


Es bedeutet nämlich vor allem auch, dass man wieder zu vernünftigen Anstoßzeiten seinen Verein unterstützen kann! Man kann endlich wieder aus voller Kehle singen: „Wir stehen am Samstag im Stadion…“ und zwar nicht um 13:00 Uhr, sondern wie sich das gehört um 15:30 Uhr!!!


Doch bedeutet das auch, dass der Kampf gegen die fanfeindlichen Anstoßzeiten nun ein Ende hat?


Wir blicken zurück auf das Jahr 2006: Der FCK steigt am letzten Spieltag tränenreich aus der Fußballbundesliga ab. Als die Sommerpause dem Ende zugeht, man sich gerade mit dem Abstieg seines geliebten Vereins abgefunden hat, da gibt es die nächste Ohrfeige von den Herren der DFL. Der Spielplan für die 2.Liga-Saison 2006/2007 wird veröffentlicht. Der FCK spielt seine beiden ersten Auswärtsspiele der neuen Saison jeweils an einem Montag! Die erste Montagspartie führt den FCK zum Derby nach Karlsruhe, damit kann man sicherlich noch irgendwie leben, das kann man schaffen, wenn man pünktlich Feierabend macht und sich dann direkt auf den Weg nach Karlsruhe begibt. Als das Spiel in Karlsruhe dann angepfiffen wird, kommt unsere neue Zaunfahne zu ihrem ersten Einsatz. „We don´t like Mondays FCK Fans gegen Montagsspiele“ ist die klare Botschaft, die zu lesen ist!
Nur 2 Wochen später dann der nächste Einsatz der neue Zaunfahne und zwar nicht irgendwo, sondern im Ostseestadion in Rostock! Hallo, geht’s noch??? Montagabend 20:15 Uhr im fast 800 km entfernten Rostock?! Ohne 2 Tage von seinem Urlaub zu opfern, kann kein FCK-Fan beim Spiel dabei sein und so schaffen es auch nur 250 Lautrer an die Ostsee um ihre Mannschaft zu unterstützen! Über die 90 Minuten Spielzeit stehen alle Gästefans geschlossen hinter dem „We dont´t like Mondays“- Banner und protestieren auf diese Weise gegen die fanfeindliche Terminierung.
Den Rest der Spielzeit 06/07 mutet uns die DFL dann nur noch ein Auswärtsspiel montags zu und das im über 300 km entfernten Fürth.
Unseren Gästen ergeht es in der Saison nicht besser und so dürfen sich Freiburg, Karlsruhe, 1860 München und Duisburg montags die Ehre auf dem Betze geben. Bei jedem der Heimspiele hängt die We don´t like Mondays Zaunfahne gut sichtbar vor der Westkurve und auch mit verbalen Attacken wird der Unmut gegen die DFL und die Fernsehanstalten zum Ausdruck gebracht.


Die Krönung der Heimspielansetzungen hat sich die DFL aber für einen Mittwoch aufgehoben und so gastiert Wacker Burghausen fast 500 km von daheim weg in Kaiserslautern, und das nachmittags um 17:30 Uhr. Die Idiotie der DFL scheint keine Grenzen mehr zu kennen!


Es geht in die nächste Saison und im Jahr 2007/08 zeigt der FCK keinen guten Fußball und spielt von Saisonbeginn an gegen den Abstieg. Den Niedergang des 1.FCK scheint das Fernsehpublikum nicht mehr so besonders zu interessieren und deswegen werden Spiele vom FCK nur montags angesetzt, wenn die Fernsehanstalten das Spiel entweder als „Derby“ oder Duell der Traditionsvereine anpreisen können. Lautern hat Mönchengladbach, Mainz und Koblenz zu Gast und spielt auswärts gegen Offenbach, Köln und hat die weiteste Montagabendfahrt ins über 400 km entfernte Osnabrück.
Aber auch in dieser Spielzeit gibt es englische Wochen. Diese führen dazu, dass der FCK insgesamt 4 Heimspiele unter der Woche am späten Nachmittag um 17:30 Uhr bestreiten muss! Um die Uhrzeit packt man es kaum als Heimfan pünktlich ins Stadion, geschweige denn die Fans aus Wehen, Offenbach, Augsburg und Pauli, die an diesem Tag alle Urlaub machen müssen um ihren Verein zu unterstützen!
Mittlerweile ist es Routine geworden, dass unsere Zaunfahne bei jedem Montagsspiel präsentiert wird, völlig egal ob bei Heim- oder Auswärtsspielen. Außerdem zeigen wir verschieden Spruchbänder, z.B. beim Spiel gegen Wehen: „Mittwoch 17:30 Uhr, darauf scheiß ich!“


Nach der Saison geht’s in die Sommerpause und es kommen erste Gerüchte auf, dass die DFL eine große Spieltagsreform plant. In Zukunft soll die 2. Liga auch Samstagsspiele haben. Gespielt werden soll aber nicht um 15:30 Uhr, was jedem Fan eine große Freude machen würde, sondern um 12:00 Uhr mittags! Als seien die bisherigen Anstoßzeiten noch nicht Zumutung genug für die Stadionbesucher gewesen! Der neue Spielplan sieht vor, dass die 2.Liga an 4 verschieden Tagen und 5 verschieden Uhrzeiten ihre Spiele austrägt. Ein Witz und gleichzeitig eine Frechheit gegenüber jedem Fußballfan!!!
Der Aufschrei in der Fußballrepublik ist groß! Ein Fan aus Hamburg gründet die Fan-Initiative „Kein Kick vor Zwei“, die bundesweit viele Unterstützer findet und innerhalb kurzer Zeit tragen sich über 400 Fanclubs aus ganz Deutschland in die Unterstützerliste ein.
Auch in Kaiserslautern selber wird der Widerstand gegen die Anstoßzeiten immer größer und so wird nach dem „Hamburger Vorbild“ die Initiative „Kein Kick vor Zwei Kaiserslautern“ gegründet. In der Initiative befinden sich Mitglieder aus allen szenerelevanten Gruppen in Kaiserslautern, aber nicht nur in der Ultraszene findet KKvZ KL Unterstützer. Die Initiative wird von der breiten Masse von FCK-Fans angenommen und positiv unterstützt. Diese Tatsache gibt den Aktivisten soviel Rückenwind, dass die gesamte Spielzeit 2008/09 von Aktionen gegen die neuen Anstoßzeiten geprägt wird.
Das erst Heimspiel der Saison findet natürlich montags statt. Gegner ist der 1.FC Nürnberg, dessen Fans sich ebenfalls vehement gegen die neuen Anstoßzeiten zur Wehr setzen. Beide Fanlager machen eine gemeinsame Spruchband Aktion. Das Spruchband vor der Westkurve „Der Wahnsinn mit der Anstoßzeit...“ wird durch „...wann nimmt er ein Ende“ auf der Nürnberger-Seite ergänzt. Danach zeigen beiden Kurve ein „Kein Kick vor Zwei“- Banner.
Viele weitere Aktionen werden in der 1.Saisonhälfte durchgeführt. So fahren zum Auswärtsspiel in Fürth viele Lautrer in ihren Arbeitsklamotten und unter dem Motto „Ohne Urlaub wären wir heut nicht hier“ wird zum Einlauf der Mannschaften neben dem „We don´t like Mondays“-Banner eine Zaunfahne präsentiert. Beim Montagsheimspiel gegen 1860 gibt es ein gemeinsames Spruchband mit den Löwenfans. In der Westkurve steht „Die Fanwut wächst...“ und im Gästeblock „...Widerstand bis zuletzt!“.
Zum Jahreswechsel hat der FCK drei Heimspiele hintereinander an einem Montag. Der Spruch „Montags könnt ich kotzen“ mag alt und nicht wirklich kreativ sein, trifft aber mittlerweile auf jeden FCK-Fan zu! Bei den Spielen gegen Rostock, Freiburg und Mainz werden diverse Spruchbänder präsentiert, u.a. gegen Rostock: „Den Volkssport Fußball zum Event auserkoren, den Bezug zur Realität verloren!“
Mittlerweile hat Kein Kick vor Zwei KL einen eigenen Info-Stand vor der Westkurve, an dem Aufklärungsarbeit darüber geleistet wird, wie der Spielplan in der nächsten Saison aussehen soll. Außerdem werden an dem Stand die Postkartenaktion, die u.a. von Pro Fans ins Leben gerufen wurde, unterstützt und fleißig Karten verkauft. Die Aktion kommt bei den Fans sehr gut an und so werden alleine aus KL hunderte Postkarten an die DFL nach Frankfurt geschickt.
Kurz vor der Winterpause werden dann die neue Fernsehverträge unterzeichnet und die Spieltagsreform ist damit endgültig durch- bzw. umgesetzt. Man hat bei den Idioten von der DFL zwar nicht mehr viel Hoffnung gehabt, das ganze noch abwenden zu können, ist aber trotzdem erst mal geschockt.
Viele werden jetzt sagen, der ganze Protest war umsonst, dies ist aber schlichtweg FALSCH! Die ursprünglich geplanten Anstoßzeiten bereits um 12:00 Uhr werden auf 13:00 Uhr Samstags und 13:30 Uhr Sonntags korrigiert. Für uns zwar immer noch keine akzeptable Lösung, aber auf jeden Fall noch besser als bereits um 12:00 Uhr. Außerdem, wenn man sich gegen solche Dinge nicht zur Wehr setzt, werden in Zukunft die Zeiten für alle Fans noch düsterer werden! Der DFL, dem DFB und den Fernsehanstalten muss einfach immer wieder klar gemacht werden, dass wir Fußballfans uns nicht alles bieten lassen!
Nachdem der erste Schock verdaut ist, schlägt das Gefühl bei vielen in Wut um. Die neuen Anstoßzeiten lassen sich jetzt wohl nicht mehr verhindern, doch alle sind sich einig, der Protest muss weitergehen!!!


Das erste Auswärtsspiel der Rückrunde ist natürlich auch montags in Nürnberg und wieder macht man mit den Nürnbergern eine gemeinsames Spruchband: „Wir müssen damit leben...und bleiben doch dagegen“ und „Scheiß DFL“ steht auf den Plakaten.
Auch das Spiel gegen den FC St. Pauli führt die FCK-Anhänger an einem Montag ins 600 km entfernte Hamburg. Bei diesem Spiel wird von der Heimseite eine große Protestaktion durchgeführt. Da Gästefans an diesem Tag keine Fanutensilien, geschweige denn Spruchbänder erlaubt bekommen, werden zum Einlaufen der Mannschaft „nur“ 100 kleine „Scheiß DFL-Plakate“ in den Himmel gestreckt.
Die größte Aktion findet beim Auswärtsspiel montags gegen die Münchener Löwen statt. Es werden zum Anpfiff zwei große Zaunfahnen gezeigt. Auf der einen steht unser Leitspruch „We don´t like Mondays“ und auf der anderen „Scheiß DSF“!!! Dazu wird mit den 60-Fans gemeinsam lauthals gegen DSF und DFL protestiert. Auf jeden Fall eine gelungene Aktion und als dann in der Halbzeit noch das Lied „I don´t like Mondays“ läuft, huscht vielen trotz der beschissenen Anstoßzeit ein Lächeln durchs Gesicht.
Das Spiel gegen 1860 München sollte das letzte Montags sein, aber die Herren der DFL haben natürlich noch eine tolle Ansetzung für uns vorgesehen und so ging es an einem Dienstagmittag zum Spiel nach Aachen. Anpfiff der Partie war bereits um 17:30 Uhr. Es wurde zwar von der DFL versprochen, dass es ab der neuen Saison keine „englischen Wochen“ mehr geben sollte, aber wie sich später herausstellte, hielt dieses Versprechen leider nur eine Saison und so wird es in der Saison 2010/11 auch wieder Spiele dienstags und mittwochs geben. Danke für nichts!!!


Die vierte Zweitliga Saison in Folge stand für den FCK auf dem Plan. Als die ersten Spiele terminiert wurden, trauten die Fans des FCK ihren Augen nicht. Zu Beginn der Saison kein Montagsspiel!?! Hatten die ganzen Proteste etwas gebracht? Hatten die Fernsehanstalten keine Lust mehr, bei Spielen des FCK die Außenmikrofone abzustellen, weil die Proteste zu laut waren??? Auf jeden Fall war jeder erst mal glücklich, dass man nicht ständig Montags spielte.
Das Glücksgefühl sollte allerdings schnell vergehen! Es dauerte zwar bis zum 13. Spieltag bis man das erste Montagsspiel hatte, allerdings sollten von den letzten 11 Auswärtsspielen der Saison 6(!!!) an einem Montag sein. Also mehr Auswärtsspiele an dem gehassten Tag als Freitags, Samstags und Sonntags zusammen!!! Man reiste also Montags über 650 km nach Berlin, über 400 km nach Bielefeld und um die 300 km nach Augsburg, Aachen, Duisburg und Düsseldorf. Fanfeindlicher geht es nicht!!!
Natürlich durften auch Montagsheimspiele nicht fehlen und so waren Bielefeld, St. Pauli und 1860 München an einem Montag im Fritz-Walter-Stadion zu Gast. Auch diese drei Mannschaften hatten 400 km und mehr zurückzulegen!


Man muss ehrlich zugeben, dass der Protest gegen die neuen Anstoßzeiten in der Saison nicht mehr so intensiv und umfangreich stattfand wie im Jahr zuvor. Gründe dafür gibt es sicherlich mehrere. Zum einen waren die Fernseh-Verträge unterschrieben und dadurch hat die Motivation zu protestieren doch nachgelassen. Dann der sportliche Erfolg der Mannschaft, der auf eine Zukunft ohne Montagsspiele hoffen ließ und es gibt natürlich im modernen Fußball noch viele weitere Probleme, wie die Vermarktung des Stadionnamens oder Stadionverbote gegen die man kämpfen muss. Trotz allem wurde auch in der Saison 2009/10 protestiert. So stand zum Beispiel beim Auswärtsspiel in Berlin die Lauterer Fanszene geschlossen hinter der großen „We don´t like Mondays“ Zaunfahne und auch verbal wurde bei jeder Gelegenheit auf sich aufmerksam gemacht. Am Ende der Saison stand der FCK als Aufsteiger in die Fußballbundesliga fest und das hieß nicht nur, wie bereits geschrieben, dass die Gegner wieder Schalke, Hamburg und Bayern heißen, sondern auch endlich wieder einigermaßen vernünftige Anstoßzeiten!!!


Doch heißt dies dann, dass der Kampf gegen die fanfeindlichen Zeiten bereits beendet ist? NEIN!!!


Allein die zusammenfassenden Zahlen zeigen einem, dass der Kampf weitergehen muss! In 4 Zweitligajahren hatte der FCK 31 Montagsspiele, das ist fast jedes 4. Spiel! Bei einer gleichmäßigen Aufteilung der Spiele zwischen allen 18 Vereinen wären es in den 4 Jahren "nur" 15 oder 16 Spiele gewesen.
16 der Montagspartien fanden auswärts statt, dabei mussten die Fans insgesamt 11644 km zurückgelegen!!! Bei den 15. Montagsspielen, die im heimischen Fritz-Walter-Stadion angepfiffen wurden, musste die Gästeanhänger eine Gesamtstrecke von 9258 km zurücklegen! Unglaubliche Zahlen, die mit unheimlich viel Aufwand und Anstrengungen für jeden Fan, der die Spiele im Stadion sehen möchte, verbunden sind! So mussten z.B. die Fans vom TSV 1860 München in 4 Jahren 3x an einem Montag nach Lautern fahren!
Wir spielen jetzt zwar wieder in der ersten Liga, doch wer kann garantieren, dass wir nicht mehr absteigen oder die DFL auf die Idee kommt, ein Erstligaspiel an einem Montagabend stattfinden zu lassen???
Deswegen heißt es weiterhin gegen die fanfeindlichen Anstoßzeiten zu protestieren um der DFL und den Fernsehanstalten zu zeigen, was den Fußball ausmacht, nämlich wir Fans im Stadion!


Der Fußball gehört uns und wir geben ihn nicht her!!!


We don´t like Mondays!!!