Spruchbanderklärung 1. FC Kaiserslautern – Fortuna Düsseldorf

Spruchbanderklärung 1. FC Kaiserslautern - Fortuna Düsseldorf

Hamburg, Berlin, Kaiserslautern, München, Stuttgart, Hannover…
Die Liste der Standorte, an denen Investoren ihr Unwesen in Fußballvereinen treiben ist lang und ein Ende ist nicht in SIcht. Seit vielen Jahren erkennen Konzerne und Mäzene in Fußballvereinen bzw. deren ausgegliederten Kapitalgesellschaften eine Chance ihr Geld anzulegen und mittel- bis langfristig Profit aus solchen Kapitalanlagen zu schlagen. Dieses Phänomen ist zwar nicht neu, sollte deswegen aber auf keinen Fall als normal und salonfähig angesehen werden, stellen solche Finanzspritzen doch immer ein Risiko dar, das nicht selten schwerwiegende Folgen haben kann.
Jüngstes Beispiel dafür ist die Farce um den Aufsichtsratsvorsitz der VfB Stuttgart 1893 AG. Hierbei wurde im Zuge der Ausgliederung im Jahr 2017 klar kommuniziert, dass dieser Posten stets vom Präsidenten des e.V. bekleidet wird, wobei dieses Versprechen an die Mitglieder nun für frische Millionen der Porsche AG aufgekündigt wurde. Der Aufsichtsrat der AG hat hier bewusst den Willen der Mitgliederschaft des VfB übergangen und billigend einen maximalen Verlust von Vertrauen in der breiten Fanszene in Kauf genommen.
Wie es ist, vom eigenen Verein übergangen zu werden, kennen wir in Kaiserslautern nur zu gut. So wurde auf der Jahreshauptversammlung 2020 ohne vorherige Kommunikation geschweige denn Einbeziehung der Mitglieder die Herabsetzung der 20% Hürde auf 10% für einen Sitz im Beirat der ausgegliederten FCK Management GmbH bekannt gegeben. Im Jahr 2022 teilte der FCK dann ähnlich wortkarg den Einstieg der Pacific Media Group mit, welche durch ihr Engagement unseren Verein zum Bestandteil und damit Spielball einer Multi-Club Gruppe macht. Vom Risiko des zukünftigen Weiterverkaufs von Anteilen, die PMG oder auch die Saar-Pfalz-Invest an der KGaA halten, einmal ganz abgesehen, stellen dies gravierende Vorgänge dar, in denen sich die Mitglieder vor vollendete Tatsachen gesetzt sahen. Ob das jeweils im Sinne des höchsten Vereinsorgans des 1.FC Kaiserslautern e.V. war? Mit Sicherheit nicht! Nicht einmal die Debatte darüber ließ man seitens der KGaA zu.
Löst man sich von Konzernen, landet man schnell bei Einzelpersonen wie Kühne, Kind und Ismaik, die es jeweils schaffen, wie auch die Porsche AG im erstgenannten Fall, trotz Minderheitenbeteiligung einen ganzen Verein vor sich herzutreiben und vor ihren profitgesteuerten Karren zu spannen. Die 50+1-Regel wird aufgeweicht, ausgehöhlt und umgangen. Ein klares Bekenntnis zu selbiger sucht man vergebens. Im Gegenteil, ein Martin Kind macht aus seiner Abneigung gegen 50+1 keinen Hohn und fordert seit Jahren die Abschaffung gegen die Regel, die den deutschen Fußball vor einem hemmungslosen Ausverkauf schützt.

Es ist längst an der Zeit, dass sich die eingetragenen Vereine endlich wieder ihrer Verantwortung bewusst werden, den Fußball, wie er von der Basis, nämlich seiner Fans im Stadion und den Mitgliedern, gefordert und geliebt wird, gegen die Profitgier von Kapitalisten zu verteidigen. Es kann nicht sein, dass Geldgeber, die sich nicht ansatzweise mit den Werten eines Vereins identifizieren, nur mit Geldscheinen wedeln müssen, um die Entscheidungen des Souveräns eines Vereins, der Mitgliederversammlung, zu übergehen und ad absurdum zu führen. Dank der 50+1 Regel hat ein e.V. stets das letzte Wort in seiner Tochtergesellschaft und dem entsprechend hat ein e.V. auch immer im Sinne seiner Mitglieder zu handeln und nicht über jedes Stöckchen zu springen, das ihnen für einen monetären Gegenwert hingehalten wird. Es gebührt dem Respekt eines jeden e.V. vor seinen Mitgliedern diese würdig zu vertreten, sich vor diese zu stellen und in Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen. Nur ein Verein mit gesundem Demokratieverständnis kann seine Wurzeln bewahren und sich so vor der Entfremdung vor denjenigen, die ihn groß gemacht haben und auszeichnen, schützen.
Jene hinters Licht zu führen und für dumm zu verkaufen ist defintiv der falsche Weg.

Muttervereine stärken - Mitgliederrechte fördern
Vereine gehören der Basis - in Stuttgart und überall!

 

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